Schulpflicht von Flüchtlingskindern

Die Unterbringung von Flüchtlingskindern bringt für die einzelnen Kommunen besondere Schwierigkeiten mit sich. Nach §34 Abs 1 und 6 Schulgesetz NRW gilt: (1) Schulpflichtig ist, wer in Nordrhein-Westfalen seinen Wohnsitz oder seinen gewöhnlichen Aufenthalt oder seine Ausbildungs- oder Arbeitsstätte hat. (6) Die Schulpflicht besteht für Kinder von Asylbewerberinnen und Asylbewerbern und alleinstehende Kinder und Jugendliche, die einen Asylantrag gestellt haben, sobald sie einer Gemeinde zugewiesen sind und solange ihr Aufenthalt gestattet ist. Für ausreisepflichtige ausländische Kinder und Jugendliche besteht die Schulpflicht bis zur Erfüllung ihrer Ausreisepflicht.

Die Anzahl an schulpflichtigen Flüchtlingskindern ist in den vergangenen Monaten sehr stark angestiegen. Die meisten Schulen werden sehr kurzfristig informiert, wenn neue Flüchtlingskinder aufgenommen werden sollen. Hierbei lassen sich die räumlichen Probleme meist am einfachsten lösen.
Die fehlenden Deutschkenntnisse der Flüchtlingskinder verursachen in der Regel große Schwierigkeiten. Für zugewanderte Kinder ohne oder mit geringen Deutschkenntnissen richtet das Land NRW auf Antrag jeweils für den Zeitraum von 2 Jahren so genannte Integrationsstellen ein. Von diesen Integrationsstellen erhalten die jeweiligen Kinder zusätzlich zum Regelunterricht eine Sprachförderung. Für Flüchtlingskinder im Grundschulalter wurden verschiedene Konzepte erarbeitet.

Wesentlich schwieriger ist die Unterbringung von Flüchtlingskindern in weiterführenden Schulen. Nicht nur die Sprache, auch die verschiedenen Bildungsniveaus der Kinder und Jugendlichen beeinträchtigen die Eingliederung in den Schulbetrieb.

Zu Beginn der Einschulung führt der öffentliche Gesundheitsdienst eine schulärztliche Untersuchung der Flüchtlingskinder durch. Hierbei können die jeweils zuständigen Kommunen bei der Landesregierung Zuwendungen für besondere Leistungen (z.B. Impfungen) beantragen.

Im Sommer 2014 ergab eine Untersuchung des Landeszentrums Gesundheit NRW, dass durch das Erleben von Flucht, Gewalt und Krieg teilweise schwierige psychosoziale Erkrankungen vorliegen. Diese posttraumatischen Störungen erschweren besonders den älteren Flüchtlingskindern die Eingliederung in das Schulleben und die Teilnahme am Unterricht. In schweren Fällen werden sozialpädagogische Behandlungsmaßnahmen notwendig, die die jeweiligen Bundesländer finanzieren.