Impfangebote für Flüchtlinge in NRW

Laut Medienberichten war der Ausgangspunkt der aktuellen Masernwelle in Berlin möglicherweise „eine Flüchtlingsunterkunft in Berlin; dort war die Krankheit unter Asylbewerbern aus Bosnien und Serbien ausgebrochen – als Folge einer weitläufigen Masernepidemie, die in Bosnien seit einem Jahr grassiert. In den Balkanstaaten klaffen aufgrund der Wirren des Bürgerkriegs in den 90er-Jahren große Impflücken.“ (Die Welt, 01.03.2015).
Ein Problem besteht in der mangelnden Information der Asylbewerber über Impfmöglichkeiten. Die Einrichtung von zentralen Impfstellen, wie zurzeit bereits in Berlin geplant, lehnt das Ministerium für Gesundheit, Emanzipation, Pflege und Alter des Landes NRW aus logistischen Gründen ab.
In NRW setzt das Ministerium darauf, Flüchtlingen direkt nach ihrer Ankunft Impfungen anzubieten und hat dies am 07.10.2014 in einer Bestimmung zur Gesundheitsuntersuchung von Asylbewerbern veröffentlicht. Darin sind folgende Impfangebote enthalten:
– Kinder ab 8 Wochen: Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, HIB, Polio (Kinderlähmung).
– Kinder ab 11. Monat zusätzlich: Masern, Mumps, Röteln, Varizellen (Windpocken).
– Erwachsene: Masern, Mumps, Röteln, Diphtherie, Polio (Kinderlähmung).
Vorgenommene Impfungen müssen dokumentiert und der für die Unterbringung der Flüchtlinge zuständigen Behörde gemeldet werden. Die geimpften Flüchtlinge müssen unbedingt auf eine spätere Vervollständigung der Impfungen hingewiesen werden.
Die Finanzierung des Impfangebotes und der serologischen Untersuchungen (Blut-Tests) zur Abklärung einer bestehenden Immunität gegen spezifische Erreger steht ab dem Haushaltsjahr 2015 unter dem Vorbehalt der haushaltsrechtlichen Ermächtigung des Landes NRW.

Gesundheitsuntersuchung von Asylbewerbern, Bestimmung vom 07.10.2014