Ergebnisse der Podiumsdiskussion vom 1. September 2020

Am Dienstag, den 1. September, fand unsere Podiumsdiskussion mit den 4 aussichtsreichsten OB-Kandidaten von Düsseldorf in der Cones-Scheune statt.

Zu Beginn stellte der Moderator Helmut Rehmsen (WDR) die OB-Kandidaten den 85 Zuhörern vor Ort und weiteren 150 Teilnehmern im Livestream kurz vor. Anschließend erläuterte Christian Fongern in einer kurzen Präsentation die wesentlichen Fakten über Klimaeinfluss des Düsseldorfer Ostens, Bedeutung der Frischluftschneiden, Mietpreise und ÖPNV Fahrzeiten (siehe Homepage).

Im Mittelpunkt der Diskussion mit den OB Kandidaten standen die Fragen:

  • Welche Pläne haben die OB-Kandidaten für den Düsseldorfer Osten?
  • Was ist der klügste Weg, um mehr Wohnraum anzubieten?
  • Lassen sich Klimanotstand und irreversible Zerstörung der grünen Ausgleichflächen im Düsseldorfer Osten miteinander vereinbaren und
  • Wie wird die Verkehrsanbindung des Düsseldorfer Ostens wettbewerbsfähig im Vergleich zu den Nachbargemeinden

In der anschließenden Diskussion wurden die Themen abgehandelt. Bei der Frage nach der Bebauung des Ostens konnten bereits sehr klare Unterschiede zwischen den vier Kandidaten festgehalten werden:

Sowohl Herr Geisel als auch Frau Dr. Strack-Zimmermann planen im großen Stil Wohnraum für ca. 5000 Einwohner schaffen. Dies soll nicht nur auf das Gelände der Bergischen Kaserne begrenzt bleiben, sondern auch die Felder westlich der Kaserne in Richtung Ludenberg im Landschaftsschutzgebiet betreffen (siehe Foto, das große Feld auf der rechten Bildseite).

Für eine Bebauung nur innerhalb des jetzigen Kasernengeländes setzten sich Herr Dr. Keller und Herr Engstfeld ein.

Anschließend wurden die Auswirkungen der Bebauung im Bereich der Kaserne auf das Klima der angrenzenden Stadtteile diskutiert. In den Stadtteilen Ludenberg, Knittkuhl und Hubbelrath liegt die natürliche Klimaanlage der Stadt, da in diesem Bereich die wichtigsten Kaltlufteinzugsgebiete verlaufen. Die unterschiedlichen Bebauungspläne der 4 OB-Kandidaten haben daher auch unterschiedliche Auswirkungen auf Düsseldorfs größtes Kaltlufteinzugsgebiet (siehe untenstehende Karte):

Bereits in der Planungshinweiskarte, die 2012 von Klima-Wissenschaftlern für die Stadt Düsseldorf erstellt wurde, wird auf diese Problematik hingewiesen und vor einer Zerstörung der Ausgleichsflächen gewarnt:

Die Pläne von Herrn Geisel als auch Frau Dr. Strack-Zimmermann stehen im eklatanten Widerspruch zu diesen stadteigenen Planungsvorgaben zum Schutz des Klimas. Es ist nicht nachvollziehbar, wie man einerseits Umweltnotstand ausrufen kann, Fahrverbote erteilt und „Umweltspuren“ einrichtet und andererseits die irreversible Zerstörung von Düsseldorfs größtem Kaltlufteinzugsgebiet billigend in Kauf nimmt – gerade in Zeiten der Klimakrise und der Überhitzung von Innenstädten.

Ein weiteres Diskussionsthema war die Errichtung des Olympischen Dorfes für die möglichen Rhein-Ruhr-Spiele 2032. Von den 4 OB-Kandidaten plant ausschließlich Thomas Geisel die Umwidmung der Bergischen Kaserne und der angrenzenden Felder in ein Olympisches Dorf.

Die Verkehrsanbindung und die Verbesserung des ÖPNV waren ebenfalls ein wichtiges Thema der Diskussion. Keiner der vier OB-Kandidaten hatte hier ein überzeugendes Konzept. Thomas Geisel setzt ausschließlich auf eine Seilbahn-Lösung, die 3 Mitbewerber sehen diese Einrichtung skeptisch. Keiner der Kandidaten hatte eine Patentlösung anzubieten: Schienenverkehr nicht machbar, Tunnel zu teuer, mehr Busse nicht ausreichend. Bevor im großen Stil Neubauten auf und um die Bergische Kaserne entstehen, muss unserer Meinung nach die Verkehrsanbindungsfrage gelöst und realisiert sein. Die Stadt/die Planer kommen allerdings seit vielen Jahren hier nicht weiter. Gäbe es eine offensichtlich sinnvolle Lösung, würde diese längst auf dem Tisch liegen.

In der 2. Hälfte der Veranstaltung wurden Fragen von Zuhörern vor Ort und von Teilnehmern aus dem Livestream diskutiert: Die weitere Versiegelung der Freiflächen im Bergischen Viertel kamen ebenso zur Sprache wie die nicht mehr vorhandene „Grüne Welle“ für Autofahrer Richtung Stadtmitte, der ungünstige und umständliche Zugang zu möglichen Seilbahnstationen für Anwohner, die fehlende Parkmöglichkeit für Car-Sharing Fahrzeuge, das mangelhafte Angebot der Rheinbahn in unserem Viertel oder eine mögliche Kreuzung mit Kreisverkehr an der Gräulinger Straße.

Sie können die gesamte Podiumsdiskussion ansehen unter http://bergisches-viertel.de/Podiumsdiskussion/

An dieser Stelle möchten wir uns nochmals ganz herzlich bei Frau Dr. Wuppermann und Herrn Bergermann für die Nutzung der Cones-Scheune bedanken.