Das Projekt „Auszugsmanagement“

Bei der grundsätzlichen Unterbringungsverpflichtung für Flüchtlinge setzt die Stadt Köln vermehrt auf die Vermittlung von Flüchtlingen aus städtischen Gemeinschaftsunterkünften in private Wohnungen.

Die Lebensbedingungen in großen Gemeinschaftsunterkünften sind für Flüchtlinge sehr schwierig. Viele Flüchtlinge, besonders Kinder, leiden unter den Erfahrungen mit Krieg, Flucht und Gewalt. Das gemeinsame Wohnen der vielen Asylbewerber unterschiedlicher Nationalitäten in großen Sammelunterkünften geschieht nicht freiwillig und das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen und verschiedener Sprachen erschwert das einvernehmliche Zusammenleben. Was für viele Flüchtlinge als kurzzeitige Übergangslösung geplant war, bleibt für die meisten Menschen über Jahre Realität. Das Gefühl des „Angekommen-und-Zuhause-seins“ stellt sich nicht ein, die Integration der Eltern und Kinder wird verhindert.

Die selbständige Wohnungssuche ist für Flüchtlinge sehr schwierig. Eingeschränkte Sprachkenntnisse und Hemmungen erschweren einen Kontakt zu Vermietern oder Wohnungsbaugesellschaften.

Die Stadt Köln hat diese Probleme erkannt und bemüht sich, alternativen Wohnraum für Flüchtlinge zu finden, damit für sie ein geregelter Alltag im eigenen Zuhause möglich wird. Im Oktober 2011 wurde das Projekt „Auszugsmanagement“ ins Leben gerufen. Das Amt für Wohnungswesen der Stadt Köln finanziert aktuell 3 Mitarbeiter, die Flüchtlinge in Wohnungsfragen beraten und Vermittlungsarbeit leisten. Die Projektmitarbeiter von „Auszugsmanagement“ suchen nach Wohnraum, begleiten Flüchtlinge bei Ihrer Suche nach einer eigenen Wohnung und organisieren den Umzug. Anschließend betreuen sie die Flüchtlinge über einen Zeitraum von 3 Monaten in ihrem neuen Zuhause.

Die Stadt Köln konnte so die Kosten für die teure Unterbringung von Flüchtlingen in Hotels und Sammelunterkünften verringern. Im Zeitraum 10/2013 bis 10/2014 konnte durch dieses knapp 650.000 € eingespart werden.

Inzwischen hat die Stadt Köln beschlossen, das Projekt nicht nur zu verlängern, sondern um weitere 3 Projektmitarbeiter aufzustocken.

Alle Flüchtlinge, die in Wohnungen vermittelt wurden, wohnen noch in ihren Wohnungen. Keiner musste oder wollte zurück in eine Sammelunterkunft.