Bürgerinitiative fordert mehr Personal für Flüchtlinge

In der Anlage finden Sie eine Pressemitteilung der Bürgerinitiative vom 10.03.2015 zum Thema mehr Personal für Flüchtlinge.

Wir setzen uns nicht nur für die Anwohner ein, sondern fordern von der Stadtverwaltung auch eine menschenwürdige Unterbringung der Flüchtlinge, nach dem Motto „Integration statt Konzentration“. Das gemeinsame Wohnen der vielen Asylbewerber unterschiedlicher Nationalitäten in den geplanten Einrichtungen geschieht nicht freiwillig. Zwischen den betroffenen Bewohnern der Einrichtungen bestehen meist weder verwandtschaftliche noch freundschaftliche Beziehungen, teilweise haben die Betroffenen noch wenige Wochen vorher gegeneinander gekämpft. Das Aufeinandertreffen unterschiedlicher Kulturen und verschiedener Sprachen erschwert das einvernehmliche Zusammenleben. Die längerfristige Unterbringung von Flüchtlingen in Massenunterkünften lehnt auch die freie Wohlfahrtspflege NRW, bestehend aus Caritas, AWO, Diakonie, DRK, Parität und jüdische Gemeinden, generell ab. Vielmehr sollte eine menschenwürdige, intregationsmögliche Unterbringung kleinerer Gruppen (max. 80 Personen) in Regionen mit guter Infrastruktur und Anbindung an den ÖPNV erfolgen. Kommunen wie Köln, Münster oder Leverkusen sind unserer Verwaltung um Jahre voraus. Während diese Städte selbst Wohnraum für die Flüchtlinge anmietet, schickt die Stadtverwaltung Düsseldorf Flüchtlinge alleine auf Wohnungssuche. Andernorts unterzeichnet die Stadt einen Mietvertrag für den Flüchtling, in Düsseldorf wird einem Flüchtling diese Unterstützung verweigert, er muss selbst einen Mietvertrag mit dem Vermieter unterzeichnen. Dass bei derartigen Voraussetzungen kaum ein Flüchtling eine Wohnung findet ist offensichtlich. Dies ist auch der Grund, warum die bisher vorhandenen Flüchtlingsunterkünfte der Stadt überlaufen. Teilweise leben die Menschen dort über ein Jahr, ohne eine Aussicht auf Besserung. Auch die Unterstützung der Flüchtlingsarbeit durch die Stadtverwaltung ist mangelhaft. Für die soziale Betreuung fordern die freien Wohlfahrtsverbände maximal 80 Flüchtlinge pro Sozialarbeiter. Unsere Anfragen bei der Stadt blieben bisher unbeantwortet. Nach Schätzungen liegt die Zahl in Düsseldorf aber bei ca. 300 Flüchtlingen pro Betreuer. Es nutzt nichts, die Stelle einer offiziellen Flüchtlingsbeauftragten zu schaffen, wenn nicht gleichzeitig das Personal aufgestockt wird. Nicht jede Leistung kann kostengünstig durch ehrenamtliche Helfer erbracht werden.

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