Aufenthaltsrecht für die Familie Alkozai statt Abschiebung nach Afghanistan

Die Familie Alkozai ist am 28.05.2015 in der hessischen Erstaufnahmeeinrichtung Gießen registriert worden. Sie lebt seit dem 19.11.2015 in der Blanckertzstraße, hat sich in unserem Viertel gut integriert und auch deutsche Freunde gefunden. Der 5 jährige Mehran geht seit über einem Jahr in die evangelische Kindertagesstätte Knittkuhl, sein Bruder Ajmal besucht die 3. Klasse der Gemeinschaftsgrundschule Knittkuhl. Herr und Frau Alkozai besuchen regelmäßig Sprachkurse, um möglichst schnell Deutsch zu lernen und eine Arbeit zu finden.

Herr Alkozai hatte sich 2015 geweigert, mit den Taliban zusammenzuarbeiten. Diese bedrohten daraufhin ihn und seine Familie und verübten einen Bombenanschlag auf sein Haus. Nachdem die afghanische Polizei ihm erst mündlich, dann auch noch schriftlich erklärte, dass sie weder ihn noch seine Familie schützen könne, entschied er sich, sein Land zu verkaufen und mit dem Geld die gefährliche Flucht seiner Familie zu finanzieren. Bei einer Abschiebung nach Afghanistan droht der Familie die Ermordung durch die Taliban.

Die BAMF Anhörung der Familie fand am 29.09.2016 statt. Mit Schreiben vom 16.01.2017 qualifizierte das BAMF die Anträge trotz des Schreibens der afghanischen Polizei als „offensichtlich unbegründet“, forderte die Familie auf, innerhalb einer Woche unser Land zu verlassen und drohte ihr mit Abschiebung. Die Rechtsanwältin der Familie hat gegen den Bescheid Klage beim Verwaltungsgericht Düsseldorf eingelegt.

Mehrere Zeitungen berichteten ausführlich über das Schicksal der Familie. http://www.duesseldorfer-anzeiger.de/stadtteile/ost/ihnen-droht-der-tod-aid-1.6624976 , http://www.express.de/duesseldorf/abschiebung-droht-eine-familie-zwischen-helau-und-todesangst-25823322 , http://www.rp-online.de/nrw/staedte/duesseldorf/stadtteile/ludenberg/familie-von-abschiebung-bedroht-aid-1.6645665

Neben zahlreichen Bürgern unterstützen auch die evangelische Kindertagesstätte Knittkuhl, die Schulpflegschaft der GGS Knittkuhl, die beiden großen Kirchen und die Gerricus Stiftung die Petiton. Die einstimmige Unterstützung der Petition durch alle Politiker der Bezirksvertretung 7 am 21.02. war ein weiteres wichtiges Signal für die Familie, die durch die völlig unverständliche Entscheidung und die Ende letzten Jahres begonnenen Abschiebungen nach Afghanistan sehr verunsichert wurde. Die Petition wurde in kurzer Zeit von rund 650 Bürgern unterzeichnet.

Die Familie ist allen Unterzeichnern der Petition sehr dankbar für die große Unterstützung und das Vertrauen, das sie der Familie schenken!

Nachtrag 07.04.2017: Anfang April hat die Familie Alkozai mit dem Bezug ihrer 3-Zimmer-Wohnung in der Blanckertzstraße einen weiteren wichtigen Schritt zu ihrer erfolgreichen Integration in unserem Viertel gemacht. Durch das eigene Kinderzimmer haben die Kinder jetzt deutlich mehr Ruhe und können auch ungestört lernen und spielen. Gleichzeitig haben sie aber immer noch die Möglichkeit, ihre bisherigen Freunde in der Nachbarschaft und in der Flüchtlingseinrichtung zu besuchen, oder diese zu sich einzuladen.