09.04.16, Neues aus dem Bergischen Viertel

Neues aus dem Bergischen Viertel

Newsletter Bürgerinitiative Bergisches Viertel

 

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

die Tendenz weiter sinkender Flüchtlingszahlen setzt sich fort. Nach Angaben des Innenministeriums kamen vom 01.01.16 bis 03.04.16 insgesamt 39.598 Flüchtlinge nach NRW. Wurden laut EASY Zahlen in der ersten Woche des Jahres NRW noch 6.694 Flüchtlinge zugewiesen, lag diese Zahl in der 13. Kalenderwoche nur noch bei 660 Flüchtlingen, Tendenz weiter fallend (http://www.mik.nrw.de/themen-aufgaben/auslaenderfragen/asylbewerber/aktuelle-situation-unterbringung/zahlen.html).
In Folge der drastisch gesunkenen Flüchtlingszahlen sind weiterhin zahlreiche Landeseinrichtungen nicht ausgelastet. (http://www.focus.de/politik/deutschland/fluechtlingskrise-erstaufnahmeeinrichtungen-stehen-weitgehend-leer_id_5404721.html).

Die Weisung von Innenminister Jäger an die Regierungspräsidentin Lütkes, eine Notunterkunft in der Bergischen Kaserne zu errichten ist nicht nachvollziehbar. Die geplanten Leichtbauhallen auf dem Gelände der Bergischen Kaserne sind nicht als Erstaufnahmeeinrichtung (EAE) oder Zentrale Unterbringungseinrichtung (ZUE) geplant, sondern sollen nur als absolute Notunterkunft dienen, um eine mögliche Obdachlosigkeit von Flüchtlingen zu vermeiden.

Eine Teilnutzung des Kasernengeländes als Flüchtlingsnotunterkunft verhindert die geplante Entwicklung des Geländes. Die dringend notwendige Verbesserung der Verkehrsanbindung und der Infrastruktur im Bergischen Viertel wird weiter verzögert. Wir sehen in der Errichtung einer Notunterkunft für 1.000 Flüchtlinge in Leichtbauhallen auf dem Gelände der Bergischen Kaserne eine Fehlplanung, die auch als Verschwendung von Steuergeldern angesehen werden könnte.

Wir führen daher unverändert Gespräche mit den Verantwortlichen und setzen uns weiterhin für die Umsetzung der 2005 beschlossenen Bebauungsplanung für das im Herbst 2017 freiwerdende Kasernengelände ein. Mit dem Internationalen Konversionszentrum Bonn (BICC), das sich mit der Nutzungswandlung ehemaliger Kasernengelände in Deutschland beschäftigt, sind wir in laufenden Gesprächen und wurden als Referent für die BICC Veranstaltung im Mai nach Bonn eingeladen.

Unser Engagement erreicht damit weiteren Zuspruch, auch über Düsseldorf hinaus. Die Kombination aus kritischer Auseinandersetzung mit den Entscheidungen von Politik und Verwaltung in Flüchtlingsfragen sowie unserem großen ehrenamtliches Engagement als Sprachpaten und Soziallotsen in der Blanckertzstraße, hat dazu geführt, dass die „Deutsche Kinder- und Jugendstiftung“, die mit Unterstützung des Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen u. Jugend das Programm „Willkommen bei Freunden“ betreut, uns um Weitergabe unserer Kontaktdaten gebeten hat. Gerne haben wir dem zugestimmt, da es uns ein Anliegen ist, Familien aus Kriegsgebieten bei ihrer Integration in unserem Land zu unterstützen.

Die von uns unterstützten Familien machen kontinuierlich Fortschritte in ihrer Sprachfähigkeit und im Verständnis unserer Kultur und Verhaltensweisen. Einige Erwachsene stoßen jedoch inzwischen auch an ihre Grenzen, da die kulturellen Unterschiede sehr groß sind und die Vorbildung nicht immer in ausreichendem Maß gegeben ist.

Das undifferenzierte “Wir schaffen das” erweist sich daher als eine weitere politische Sprechblase ohne Inhalt. Während die Politik sich unverändert in Sonntagsreden ergeht, warten die meisten Flüchtlinge unverändert auf die Bearbeitung ihres Asylantrages. Gleichzeitig werden die Mittel für die Sprachförderung deutlich gekürzt. So schaffen es die Flüchtlinge sicher nicht, sich in unserem Land zu integrieren (http://www.focus.de/finanzen/news/wirtschaftsticker/experten-verlangen-kursaenderung-bei-integration-von-fluechtlingen_id_5412568.html).

Die Frustration über die nicht bearbeiteten Anträge und die fehlende Sprachförderung steigt. Gleichzeitig nimmt der Zusammenhalt unter den jeweiligen Volksgruppen weiter zu und Kontakte zu anderen Flüchtlingen auch außerhalb Düsseldorf werden intensiviert. Der Einstieg in die Parallelgesellschaften ist damit bereits erfolgt.

Wir werden dennoch unsere Anstrengungen fortsetzen, die Familien aus Kriegsgebieten zu unterstützen.  Hierbei ermutigen uns die positiven Rückmeldungen der Lehrer und Kindergärtnerinnen über die Lernfortschritte der von uns betreuten Kinder. Geholfen haben den Familien auch die Spenden von Kinderfahrrädern. Wir suchen derzeit noch Herrenfahrräder. Sofern Sie noch ein nicht mehr benötigtes Fahrrad haben, bitten wir um eine kurze Information.

Viele Grüße und schönes Wochenende

Andreas Goßmann                                  Dr. Melanie Kübler

Erster Vorsitzender                                  2. stellvertretende Vorsitzende

Bürgerverein Bergisches Viertel e.V.