Neues aus dem Bergischen Viertel – 02.01.17

Newsletter Bürgerverein Bergisches Viertel vom 02.01.2017

Neues aus dem Bergischen Viertel

Liebe Mitbürgerinnen und Mitbürger,

im Namen des Vorstands unseres Bürgervereins wünsche ich Ihnen alles Gute, Glück und Gesundheit für 2017.

Nachdem Anfang 2016, in Anbetracht der stark gestiegenen Einbruchszahlen, die bessere Sicherung unseres Eigentums, und während des Gesamtjahres die Situation in den Flüchtlingseinrichtungen Schwerpunkte unseres Vereins waren, wird es dieses Jahr zusätzliche Aspekte geben, die unser Engagement erfordern. Wir werden zwar weiterhin die Entwicklung in den beiden Flüchtlingseinrichtungen eng begleiten, möchten jedoch einen weiteren Schwerpunkt auf die Verbesserung der Verkehrssituation in unserem Viertel legen. Wir planen dazu eine Veranstaltung mit den verantwortlichen Politikern, in der wir auch die Ergebnisse unserer Bürgerbefragung vorstellen werden. Ein weiterer zusätzlicher Schwerpunkt ist die Weiterentwicklung der Bergischen Kaserne. Hier gilt es nicht nur den Oberbürgermeister und seine Flüchtlingsbeauftragte an ihre Zusagen zu erinnern, dass der Leichtbauhallenstandort Bergische Kaserne nur auf 1 Jahr befristet sein soll, sondern vor allem die langfristige Entwicklung des Kasernengeländes im Interesse der Bürger zu begleiten.

Auch die Politiker unseres Stadtbezirks haben sich für 2017 einiges vorgenommen. Unser Vereinsmitglied, der CDU-Fraktionschef Rainer Klöpper wünscht sich laut eines Berichts der Rheinischen Post die baldmögliche Bebauung des Geländes der Bergischen Kaserne und zwar entsprechend der 2005 gefassten Beschlüsse „unter Berücksichtigung der Lage im offenen Landschaftsraum und als Ausweisung von Wohnbauflächen mit geringer Dichte und Geschossigkeit – dazu Flächen für die Landwirtschaft, Sport, Kita, Geschäfte und viel Grün für Freizeitaktivitäten“ Er will im Gegensatz zu unserem Oberbürgermeister „keine Betonwüste mit 3000 Wohneinheiten“. Sönke Willms-Heyng, Fraktionsvorsitzender der FDP, konzentriert sich dagegen ganz auf die Flüchtlinge und sieht die Gefahr, „dass der menschenwürdige Umgang mit Flüchtlingen auch in unserem Stadtbezirk offen in Frage gestellt wird“. Eva Mörger, Fraktionsvorsitzende der Grünen, ist „ganz auf alternative Verkehrsmittel“ fokussiert. Unser Bezirksbürgermeister Karsten Kunert (SPD) legte sich nicht fest und hofft stattdessen, dass es für viele Fragen zur Bergischen Kaserne (Wie wird eine Bebauung der Bergischen Kaserne aussehen? Wie wird letztlich die ÖPNV-Anbindung aussehen?) vielleicht in 2017 schon Antworten gebe.

Die weitere Entwicklung in den Flüchtlingseinrichtungen ist vor allem abhängig von der Flüchtlingspolitik der Bundesregierung. Diese ließ über die Medien zwar verbreiten, dass eine „Rekordzahl von ca. 55.000 Flüchtlingen“ in 2016 in ihre Heimatländer zurückgekehrt sei, verschwieg aber, dass in Anbetracht von ca. 350.000 neuen Flüchtlingen, Ende 2016 knapp 300.000 Flüchtlinge mehr in Deutschland leben als Ende 2015. Sie verschwieg in diesem Zusammenhang auch, dass sich nach einer vom BAMF in Auftrag gegebenen McKinsey Studie Ende 2017 rund 500.000 ausreisepflichtige Personen in unserem Land aufhalten werden, viele von ihnen seit Jahren von den Behörden geduldet. Die NRW Landesregierung geht davon aus, dass Ende 2017 erstmals weniger Flüchtlinge in NRW sein werden als Ende 2016. Sollte dies der Fall sein, besteht eine realistische Chance, dass die Flüchtlingseinrichtung Bergische Kaserne Ende 2017 geschlossen wird.

In der Flüchtlingseinrichtung Blanckertzstraße haben alle von unseren Sprachpaten unterstützen Kriegsflüchtlinge ihre Deutschkenntnisse erheblich verbessern können. Jeder „unserer“ Flüchtlinge ist heute in der Lage, sich in Geschäften und in seinem Alltagsleben ausreichend zu verständigen. Bei den Studenten absolviert ein syrischer Student inzwischen an der Uni Ruhr West in Mülheim sein Vorstudium, um im kommenden Jahr sein in Syrien begonnenes Studium fortzusetzen. Aber auch alle anderen Studenten haben dank unserer Hilfe deutliche Fortschritte gemacht und ihre bisherigen Sprachprüfungen erfolgreich absolviert. Unsere Gymnasialschüler merken inzwischen trotz erheblicher Fortschritte in der deutschen Sprache, wie anspruchsvoll unser Schulsystem und wie hoch der Bildungsstandard in unserem Land ist. Sie sprechen zwar alle fließend deutsch, müssen aber ihre Sprachkenntnisse noch weiter verbessern und ihre Lücken in den anderen Fächern schließen. Es ist daher für sie sehr hilfreich, dass zu unserem Kreis der Sprachpaten in den letzten Wochen eine Abiturientin und eine Gymnasialschülerin hinzugekommen sind.

Den Grundschülern und insbesondere den beiden Kita-Kindern „fliegt“ die deutsche Sprache einfach zu. Hier liegt unsere Herausforderung darin, die Eltern der Schüler sprachlich weiter zu unterstützen. Dazu hat uns „Schlau – Die Werkstatt für Migrationspädagogik“ sehr gutes Lehrmaterial kostenlos zur Verfügung gestellt. Vom 6.-8. Januar ruft der Naturschutzbund (NABU) erneut zur bundesweiten „Stunde der Wintervögel“ auf https://www.nabu.de/tiere-und-pflanzen/aktionen-undprojekte/stunde-der-wintervoegel/mitmachen/index.html.
Nehmen auch Sie sich eine Stunde Zeit, zählen die Vögel in Ihrem Garten und geben Ihre Daten über das Onlineformular ein. Sie helfen durch Ihre Zählung bei diesem Langzeitprojekt mit, schleichende Veränderungen in der Vogelwelt festzustellen. Dank der erhobenen Daten können Maßnahmen zur Verbesserung der Artenvielfalt ergriffen werden.

Herzliche Grüße

Andreas Goßmann Stefan Reichert

Bürgerverein Bergisches Viertel e.V.